Wusstest Du, dass Neuhausen-Nymphenburg mit der Herz Jesu Kirche die modernste Kirche und mit dem Winthir-Friedhof den ältesten Friedhof Münchens hat? Nein? Wir auch nicht! 😊

Wir, das Team vom Medienservice aus dem Pfennigparade ChancenWerk, haben eine so genannte Viertelliebetour gemacht. Diese Tour wird von der Stadt München angeboten und durchgeführt von einer Mitarbeiterin, die in dem Viertel wohnt. Bei dieser Tour lernten wir viel über den Münchner Stadtteil Neuhausen-Nymphenburg.

Treffpunkt war vor Galeria Kaufhof am Rotkreuzplatz, zu dem es auch schon sofort was zu erzählen gab. Nämlich der geplante Umbau bzw. die Erweiterung. Am Maibaum bekamen wir noch einen kurzen Umriss der Geschichte Neuhausen-Nymphenburgs und dann ging’s los! Wie eigentlich überall hat Neuhausen-Nymphenburg auch eine traurige, jüdische Vergangenheit. Und unser erster Halt war vor einem Haus, in dem im Nationalsozialismus Jüdinnen und Juden gefangen gehalten und dann auch in Konzentrationslager abgeschoben worden sind.

In der Volkartstraße tauchten wir dann ein in das für Neuhausen-Nymphenburg sehr typische Straßenbild. Lauter kleine nicht zu einer größeren Ladenkette gehörende Boutiquen und Geschäfte.

Im Kulturzentrum Trafo wurde uns erklärt, was in Neuhausen-Nymphenburg alles an kulturellen Veranstaltungen angeboten wird. Von Lesungen, Konzerten, Ausstellungen über Workshops, VHS-Kurse bis zu Familien- und Seniorentagen ist alles geboten. Im Garten hinter dem Gebäude konnten wir die Graffitikunst, die bei einem dort abgehaltenen VHS-Kurs entstanden war bewundern.

Nach einem kurzen Weg durch die sehr schönen Straßen Neuhausen-Nymphenburgs kamen wir auf den ältesten Friedhof Münchens, den Winthir-Friedhof. Dort lernten wir, dass man auf diesem Friedhof erst beerdigt werden darf, wenn man mindestens dreißig Jahre in Neuhausen-Nymphenburg gewohnt hat. Wir hielten kurz an den Gräbern der Schauspielfamilie Wepper und dem Gründer des Deutschen Museums Oskar von Miller. Nach dem Friedhof ging es in die Herz Jesu Kirche. Anfangs ein sehr umstrittener Bau, wegen der für eine Kirche eher untypischen Architektur. Mittlerweile ist die Kirche aus Neuhausen-Nymphenburg nicht mehr wegzudenken.

Wenn der Medienservice aus dem Pfennigparade ChancenWerk unterwegs ist, liegt das Hauptaugenmerk natürlich auf der Barrierefreiheit! Die Rolli-Fahrerinnen und Rollifahrer, die auf der Tour dabei waren, waren sich einig, dass alle Wege gut befahrbar waren. Es gab, wie für eine Tour typisch, wenig Sitzmöglichkeiten. Hätten wir uns jedoch mehr Zeit für Pausen genommen, wären wir durchaus fündig geworden. Die Stadtführerin sprach laut und deutlich, so dass wir ihr gut folgen konnten.

Mehrere Personen im Rollstuhl fahren in einem Gebäude
Mehrere Personen stehen im Kreis in einem Raum
Mehrere Personen im Innenhof vor Gebäude

Wir lernten: Neuhausen-Nymphenburg ist, was die Barrierefreiheit auf öffentlichen Plätzen und Gebäuden angeht, bereits seit langer Zeit vorbildlich unterwegs. Trotzdem gab es hier und dort noch immer ein paar Barrieren wie z.B. Treppenstufen oder höhere Bordsteine.

Es wäre auch zu schön, um wahr zu sein, wenn alles schon perfekt wäre.